Goesdorf: Orgue G?ckel (2005)
Eine romantische Göckel-Orgel für das Öslinger Höhendorf Goesdorf
Am 17. September 2005 fand die feierliche Einweihung und Vorstellung der neuen Goesdorfer Pfeifenorgel, welche von der Firma Karl Göckel aus Baden-Württemberg geschaffen wurde, statt. Karl Göckel hat eine Orgel konzipiert, die sowohl klanglich als auch architektonisch in den neo-gotischen Rahmen der Kirche passt (übrigens die erste Orgel Göckels in Luxemburg).
Die Disposition der ersten Göckel-Orgel in Luxemburg begreift insgesamt 22 Register und präsentiert sich folgendermaßen:
Hauptwerk C-a'"
1. Geigenprincipal 8’
2. Bourdon 8'
3. Flûte 4'
4. Prestant 4'
5. Oktave 2'
6. Plein jeu III-IV 1 1/3'
7. Trompete 8'
Schwellwerk C-a'
8. Diapason 8'
9. Flûte traversière 8'
10. Gambe 8'
11. Voix céleste 8'
12. Flûte octaviante 4'
13. Octavin 2'
14. Quinte 2 2/3'
15. Tierce 1 3/5'
16. Basson-Hautbois 8'
- Tremblant-
Pedal C-f’
17. Subbass 16’
18. Oktavbass 8’
19. Trompete 8’ * gemeinsam mit Posaune 16'
20. Gedecktbass 8’ * gemeinsam mit Subbass 16'
21. Oktave 4’ * gemeinsam mit Oktavbass 8'
22. Posaune 16’
Koppeln: SW/HW, HW/PED, SW/PED, SW/HW 16'
Die Mensuren (Maße) des Pfeifenwerkes wurden in Hinsicht auf die räumlichen Verhältnisse speziell konstruiert, derweil die Intonation, d. h. die individuelle Anpassung jeder einzelnen Stimme an den Raum entsprechend angepaßt wurde. Die Intonation ist melodieorientiert. Alle Stimmen eines Manuals lassen sich miteinander farbig mischen. Durch diese Art der Intonation werde das Instrument „frisch und kräftig“.
Glaubt man Karl Göckel, so schafft die Intonation ein ästhetisches Klangbild, das sich wie folgt auszeichnet: „Weich, klar, angenehm, nicht schrill und scharf - Gesamtwirkung von Klarheit, Glanz und Fülle.“
Einige Worte zur Goesdorfer Pfarrkirche
Diese wurde wahrscheinlich im Hoch-Mittelalter errichtet. Seit dem 11. Jahrhundert, speziell an den Freitagen der Fastenzeit, wurden in Goesdorf die so genannten Hl. Kreuz-Partikel verehrt. Damals erwies sich das Gotteshaus als viel zu klein, um die von allen Seiten herbeiströmenden Pilger zu vereinen. So kam es im Laufe der Jahrhunderte zu verschiedenen Vergrößerungen.
Die erste urkundlich erwähnte Goesdorfer Pfarrkirche geht auf die Zeit um 1500 zurück. Der letzte Ausbau wurde im Jahr 1870 vorgenommen. Bei dieser Gelegenheit wurden Chorraum und Schiff komplett neu aufgebaut, derweil der im 18. Jahrhundert errichtete Glockenturm mit seinen überaus imposanten Mauern erhalten blieb.
Über dem Eingangstor der Kirche ist die Jahreszahl 1747 eingraviert. Am 28. Juli 1873 wurde die neue Kirche von Bischof Adames konsekriert. Im heutigen Hochaltar befinden sich Reliquien der Heiligen Aurelius und Desideratus.
1903 bemerkte Ad. Reiners, die Goesdorfer Pfarrkirche sei „eine recht hübsche, mit wenig Kosten neu erbaute Kirche“. Dank der Mühen des opferwilligen Pfarrers P. Hess, der mit eigener Hand das Innere bemalt hat, sei das Gotteshaus eines der schönsten des ganzen Öslings, so Reiners weiter. Leider sieht man heutzutage nichts mehr von diesen Wandmalereien. Sie werden wohl der elenden Übertünchungsmentalität des 20. Jahrhunderts zum Opfer gefallen sein.
Das Mobiliar der Kirche wurde größtenteils im neo-gotischen Stil angefertigt. Im Juli 1901 beschloss die Pfarrgemeinde, einen neuen Altar anzuschaffen. Dieser wurde von der Firma Theves aus Hosingen angefertigt und im September 1903 geliefert.
Übrigens: der alte Altar wurde nach Diekirch gebracht und dort in der Laurentiuskirche aufgestellt. Die Kanzel und die Kommunionbank wurden während der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts konzipiert (1871). Aus dieser Zeit stammen auch die Kirchenbänke.
Mehr Details über die Goesdorfer Pfarrgeschichte findet man in folgenden Veröffentlichungen: „Die Hl. Kreuz-Pfarrei Goesdorf“ von Henri Juncker aus dem Jahre 1961 und „100 Joer Géisdrefer Chorale“ (1998).
Avis aux amateurs!
Kontakt: uergelgeisdref@hotmail.com
Text und Fotos: © André Bauler, 12. September 2005


